ROKAL kann nochmal richtig teuer!
... oder ...
ROKAL als Film-Star!

Film

(von Ralf Nolde)


ROKAL-Freund Ralf Schmeink entdeckte im Oktober 2004 eine eBay-Auktion, in der ein "Alter Rokal Eisenbahn Dokumentarfilm" auf 16 mm breitem Zelluloid-Band angeboten wurde. Die Artikelbeschreibung war denkbar knapp gehalten. Ein Bild der Filmrolle und -dose sowie der Hinweis, dass über den Filminhalt und die Filmlänge wegen fehlendem Projektor nichts bekannt sei, mussten als Artikelbeschreibung reichen. Das beschädigte Etikett auf der Filmdose nannte als Filmtitel "Vom Zeichenbrett zum Spieltisch".

Ralf Schmeink erkannte die Einzigartigkeit des Angebotes und schloss daraus: "Das wird teuer!". Ralf ersann einen "Bieterclub". Ungefähr 30 kontaktierte ROKAL-Freunde erklärten sich bereit, sich mit einem persönlichen Höchstgebot an dem neuen eBay-Käufer "Bieterclub" zu beteiligen und gemeinsam mit einem großen finanziellen Hintergrund auf den ominösen ROKAL-Film zu bieten. Für seinen finanziellen Einsatz sollte jedes Bieterclub-Mitglied den digitalisierten Film auf DVD erhalten.

Obwohl niemand wusste, was der Film letztlich zeigt, endete die Auktion dann bei einem Verkaufspreis von 1.012 Euro (zzgl. Versandkosten, auf deren Zahlung der Verkäufer bestand). [Andere ähnliche Filmrollen, die der Verkäufer parallel dazu anbot, wechselten übrigens zu deutlich moderateren Preisen zwischen 20 und 50 Euro den Besitzer.]

eBayauktion

Ein ebenfalls von Ralf Schmeink kontaktierter und damit auf die Auktion aufmerksam gemachter ROKAL-Sammler aus Wuppertal wollte die Filmrolle für sich alleine und als rares Unikat seiner Sammlung hinzufügen. Er trat während der Auktion als finanzstarker Gegenbieter auf, sein hohes "Last-Minute-Gebot" von knapp über 1.000 Euro wurde vom Bieterclub überboten. Der Bieterclub gewann diese Auktion zu einem Preis nur wenige 10 Euro unterhalb des von allen Beteiligten zugesagten, gemeinschaftlichen Maximaleinsatzes. Glück gehabt!

Der finanzielle Einsatz vieler ROKAL-Freunde verhinderte so, dass der ROKAL-Film für immer und ewig in einem unbekannten Sammler-Fundus verschwand. Der Film wurde wie geplant digitalisiert und auf DVD unter den Bieterclub-Mitgliedern verteilt. Weitere Kopien verkaufte der Heimatverein Lobberland e.V. an interessierte ROKAL-Freunde. Durch diesen Erfolg konnte mit dem ROKAL-Film ein hochinteressantes Stück niederrheinischer Industriegeschichte in bewegtem Bild und Ton dokumentiert werden.

Der ca. siebenminütige vertonte Farbfilm aus dem Jahr 1954 zeigt in der Aufmachung eines professionellen Wochenschau-Berichtes überaus lehrreiche Einblicke in die damalige Produktion der ROKAL-TT-Modelleisenbahnen in Lobberich. Alle wichtigen Entwicklungs- und Produktionsschritte werden in der Reihenfolge des Prozessablaufes kurz vorgestellt, eben vom Zeichenbrett bis zu einem Fahrbetrieb der fertigen Modellzüge auf einer ROKAL-Modellbahn.


Und hier kommt er:



Technische Hinweise:

Gedreht wurde auf Kodachrome-Film 16mm - der Ton wurde dem Kopierwerk als 16mm Lichtton-Negativ angeliefert. In diesen ersten Nachkriegsjahren gab es in Deutschland noch keine Möglichkeit, Farbfilme vom Kodachrom-Originalfilm zu kopieren. Die Kopierarbeiten wurde deshalb in England in Auftrag gegeben, dort entstanden die Lichttonkopien in einer Auflage von 2 Strück. Kopien und Original wurden an Rokal ausgeliefert.

Rechtliche Hinweise:

Auftraggeber: ROKAL GmbH, Herstellung: Foto Vogelsang, Wuppertal.

Dem Lobberland e.V. wurde mit Datum vom 22.2. 2006 die Digitalisierung erlaubt; mit Datum vom 17.12.2017 wurde die Veröffentlichung im Netz freigegeben. Das bedeutet noch keine generelle deFreigabe des Filmes. Die Rechte liegen nach wie vor bei ihren Urhebern.