Chronik der Sparkasse 1870-1995

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zum Jubiläum 125 Jahre Sparkasse Nettetal

von Manfred Albersmann


1.
Wirtschaftliche und politische Hintergründe in der Zeit von 1800 bis zur Gründung der Sparkasse im Jahre 1870

Die Entwicklung des ehemaligen "Kirchspiels" Lobberich hat sich jahrhundertelang nicht wesentlich von der anderer Orte unterschieden. Bis zum Jahr 1800 blieb Lobberich ein verträumtes Dorf mit fast rein landwirtschaftlicher Struktur, abseits der großen Verkehrswege, mit einigen Leinwebern, mit Handwerkern und Tagelöhnern und insgesamt ca. 1800 Einwohner. Dagegen war der jülsche Nachbarort Breyell bereits als Handelsort bekannt und wies mehr als die doppelte Einwohnerzahl auf.

Der seit dem 16. Jahrhundert im Lande von Erkelenz bis Krickenbeck betriebene Anbau von Flachs war auch im Randdorf Lobberich von einiger Bedeutung. Die Wurzeln der industriellen Entwicklung des Dorfes sind in der als Hausindustrie betriebenen Leinenspinnerei und -weberei zu suchen. Ihr Niedergang, beeinflußt durch die Zentren Mönchengladbach (Baumwolle) und Krefeld (Seide), vor allem aber durch die englische Konkurrenz, verdrängte zwangsläufig den Flachs fast vollständig.

Immer wieder brachten Kriegsnöte und Folgelasten - von seiten der späteren Besiegten wie der Sieger - für die Lobbericher Bevölkerung große Probleme mit sich. Hinzu kamen noch Mißernten ("Das Jahr 1816 war ein ungemein nasses Jahr, und weil die Ernte ganz mißriet, entstand im Jahr 1817 eine große Teuerung."), die die wirtschaftliche Not der "ärmeren Bevölkerungskreise" immer deutlicher werden ließ. 1842 vermerkt die Lobbericher Gemeindeverwaltung, "daß die Zahl der Armen sich mit dem Jahr vermehrt". Was Armut im Alltagsleben bedeutete, mag man vielleicht daran ablesen, daß einerseits die Lebenserwartung der Lobbericher Bevölkerung bei nur 38 Jahren lag und ein knappes Drittel aller Kinder das achte Lebensjahr nie erreichte. Die Fürsorge der Armen wurde im "Ancien règime" nicht als Aufgabe der öffentlichen Verwaltung, vielmehr - wenn überhaupt - als eine Angelegenheit der christlichen Nächstenliebe angesehen. Davon zeugen etliche private Schenkungen, in denen etwa der Pfarrkirche von Lobberich ein Kapital übereignet wird mit der Verpflichtung, den ortsansässigen "Armen" daraus Geld, Kleidung oder Nahrung zu gewähren. Über den Umfang des Stiftungsvermögens liegen genaue Informationen erst 1838 vor. In diesem Jahr verfügte die Armenverwaltung über 6.099 Taler "Stiftungskapitalien", von denen - für heutige Verhältnisse ungewöhnlich - nur 1.417 Taler gegen Zins ausgeliehen wurden. Die Zinseinnahmen stellten dennoch von altersher den größten Einnahmefaktor dar, wobei die Gemeinde selbst einer der größten Schuldner war. Hinzu kamen geringer zu veranschlagende Einkünfte aus dem Opferstock in der Kirche, "Tanzmusikgelder", "Marktstandsgelder", die ebenfalls der Armenkasse zuflossen. Da diese Abgaben "freiwillig" erfolgten, war es notwendig, die Finanzierung der Armenpflege in verstärktem Maße auf eine sicher kalkulierbare Grundlage zu stellen und die Bevölkerung insgesamt stärker an dieser Aufgabe zu beteiligen. Gerade die Unberechenbarkeit der "Kollekten" veranlaßte die Gemeinde und Armenverwaltung in Lobberich zur Einführung einer "Armensteuer" bzw. "Klassensteuerumlage"; auf diese Weise konnte man vor allem auch die vermögenderen Gemeidemitglieder stärker heranziehen. Auch die medizinische Versorgung hilfsbedürftiger Kranke war ein großes Problem. Mit der Behandlung der Armen wurde ein besonderer "Armenarzt" beauftragt; dies kann aus einem Vertrag entnommen werden, der 1842 zwischem dem Arzt Dr. Schieffer und der sogenannten (Katholischen) "Armenverwaltung zu Lobberich" abgeschlossen wurde, der u.a. die weltlichen und kirchlichen Amtsträger der Gemeinde angehörten. Schieffer erhielt jährlich die Summe von 25 Reichtaler. Dafür mußte er alle ihm überwiesenen Armen unentgeltlich behandeln und gegen Pocken impfen.

Erste Anfänge einer bemerkenswerten wirtschaftlichen Entwicklung finden sich in Lobberich um 1800 mit einigen Bierbrauereien von lokaler Bedeutung (Huenges und Pötter), einigen Mühlen (Kothmühle, Neumühle und Bockwindmühle), einer Lebensmittelgroßhandlung (Rathmachers) und dem Zimmererbetrieb Josten (1813). Die Tradition des Leinenwebergewerbes setzte der vom Bengmannshof kommende Joachim Heythausen (1729 - 1813) mit der Gründung einer Leinwandfabrik fort, die erste Initialzündung auf dem industriellen Sektor. Am Hinsbecker Weg (heutige Niedieckstraße) wurde von Johann Heinrich Michels um 1811 eine Färberei eingerichtet.

1834 stellte der approbierte Apotheker Wilhelm Kalkar unter Hinweis auf die in den Nachbargemeinden bereits vorhandenen Apotheken erstmals einen Antrag auf Konzession einer in Lobberich zu errichtenden Apotheke. Der Antrag, der zunächst abgelehnt worden war, wurde ein Jahr später mit der Begründung genehmigt, daß Lobberich eine "bevölkerungsreiche und wohlhabende Gemeinde sei". Ein Mathias de Linne ist uns 1795 - 1799 als "chirurgus zu Lobberich" bezeugt; er war der erste Arzt, der mit Sicherheit in Lobberich praktizierte.

Theodor Mommers, ein Sohn des bei der vorgenannten Firma Heythausen tätig gewesenen technischen Leiters, dem Bandmachermeister Franz Mommers, arbeitete im Jahr 1837 mit einigen Gesellen mit Samtband für Fabriken in Viersen und Krefeld. Nach mehrjähriger Tätigkeit kam es schließlich zur Gründung der Firma Theodor Mommers, Niedieck & Cie, Samt- und Samtbandfabrik, die später in die Firma Niedieck aufging.

Um 1850 erfuhr Lobberichs Wirtschaft eine erhebliche Wandlung. Man kann heute kaum mehr mit Sicherheit klären, ob es einem glücklichen Zufall, guten Verbindungen der damaligen Verwaltungsspitze oder günstig erworbenen Industriegrundstücken zu verdanken ist, daß um diese Zeit unvorhersehbar und plötzlich die industrielle Revolution ausbrach, die das verschlafene Dorf aufweckte und im Laufe der folgenden Jahrzehnte zu großer Entwicklung führte.

Zunächst gelang es dem betriebsamen Bürgermeister Johann Heinrich Kessels, Sohn des Scheffen Johann Kessels (Gemeindevorsteher bis 1800), Rittergutsbesitzer des Hauses Ingenhoven, die Gebrüder Felix und Vicktor de Ball, deren Vater in Geldern eine Samtfabrik unterhielt, nach Lobberich zu holen. Schon Ende 1845 etablierte sich am Hinsbecker Weg die Firma J.L. de Ball & Cie. (Söhne Johann Ludwig de Balls), Stücksamt und Samtband, mit 400 - 500 Webstühlen, wobei die Arbeitskräfte vor allem aus dem Reservoir der Heimweber kamen. Das Unternehmen ließ sich äußerst erfolgreich an. Dabei konnten auch die 1848 auftretenden Differenzen bei der Entlohnung für Stücksamt im "allseitigen Interesse" beigelegt werden. Um diese Zeit zahlte die Firma jährlich 19 Taler und 15 Silbergroschen an Gewerbesteuer.

Seit 1839 läßt sich auch im Bereich der Lobbericher Textilindustrie Kinderarbeit nachweisen. Auch in den Nachbarorten Breyell und Kaldenkirchen wurde Kinderarbeit festgestellt. Ein Zeichen für die relativ schwachen Einkommensverhältnisse einer großen Bevölkerungsschicht. Fehlende Sozialgesetze und ein Überangebot von Arbeitskräften war sicherlich die Ursache dafür, daß die neue "Klasse der Fabrikarbeiter im größten Elend lebte".

Mitte der 40iger Jahre kam es dann - im Zuge einer allgemein sich anbahnenden wirtschaftlichen Flaute - in der Tat zu einer Krise der baumwollverarbeitenden Industrie, die in Lobberich von der Arbeitslosigkeit der Weber und einer unerschwinglichen Teuerung der nötigsten Lebensmittel begleitet war. Schließlich leitete die anfangs erwähnte Firma Heythausen 1848 ihren Konkurs ein. Im Oktober 1861 kam der Samt plötzlich aus der Mode und die Firma de Ball wurde an zwei Mitarbeiter, einem Hermann van der Upwich aus Nunspeet in Holland, der 1851 als Lehrling in die Firma eingetreten war, und an Hermann Reifenstuhl verkauft. Van der Upwich sollte den Betrieb später zu weltweiter Bedeutung führen.

Allein wirtschaftliche Gründe waren Anlaß für viele der "ärmeren Klasse", sich dem "Schleichhandel" (Schmuggel) zu ergeben. Schließlich waren die Preise im benachbarten Holland für viele Waren - insbesondere Lebensmittel - weitaus günstiger.

Der Breyeller Boetzkes legte um 1850 in Lobberich den Grundstein zu einer Lebensmittelgroßhandlung, welche die Söhne Reinhard und Josef, die beide des Notars Johann Wilhelm Döhmer Töchter heirateten, auf der Hochstraße mit großem Erfolg ausbauten.

In der Holzbe- und -verarbeitung waren außer der vorgenannten Zimmerei Josten noch folgende Betriebe tätig: Utzenrath, Bauschreinerei und Möbelfabrik (1850) an der Steegstraße (heutige Steegerstraße); Theodor Hegholz, Schreinereibetrieb (1855) an der Süchtelner Straße.

Der durch die Ansiedlung der beiden Großfirmen Niedieck und de Ball verursachte Bevölkerungs-zuwachs förderte auch die Blüte des Bauunternehmens Feldges (1852).

Karl Niedieck, Mitinhaber der Firma Niedieck & Schoelvinck, zeigte Weitblick und Wagemut, als er im Frühjahr des Jahres 1863 an die mechanische Herstellung von festkantigem Doppelsamtband heranging. Er baute zunächst an der unteren Breyeller Straße einen kleinen Websaal für 20 Stühle, für deren Antrieb er sogenannte "Lokomobile" aufstellte. Hier ist seinerzeit das erste ganz mechanisch hergestellte Samtband in Europa gewebt worden.

Als im Winter 1861/62 der größte Teil der Webstühle stillstand, wurde das Verhältnis der Reichen zu den Armen noch größer. Armenhäuser hatten die Gemeinden nicht, deshalb mußten in gewissen Fällen Woh-nungen angemietet werden, die den finanziell schwächeren Einwohnern zur Verfügung gestellt wurden. Außerdem gab es für bestimmte Personen Unterstützung aus der "Armenkasse". Allein 800 Taler gab die Gemeinde Lobberich im Jahre 1867 für die Armenpflege aus. Dem gegenüber steht im Verhältnis der Betrag der zum Straßenbau zur Verfügung gestellt wurde, 1.360 Taler.

Neben dem industriellen Bereich wurde auch die Landwirtschaft seinerzeit immerwieder durch Witterungseinflüsse und Tierseuchen zurückgeworfen. So wütete beispielsweise im Jahre 1867 in Hinsbeck eine gefährliche Rinderpest, die den damaligen Gemeinderat von Lobberich veranlaßten, die Ortsgrenze nach Hinsbeck durch vier Personen bewachen zu lassen, um ein Übergreifen auf Lobbericher Gebiet zu verhindern.

Ein wenig Aufschluß über die finanzielle Situation in den Familien gibt das Lohngefüge Ende der 60iger Jahre wieder: So betrug der Jahreslohn eines Ackerknechtes 40-70 Taler, der einer Magd 20-40 Taler; der Tageslohn im Sommer ohne Beköstigung 12-18 Silbergroschen, mit Beköstigung 6-8 Silbergroschen. Der Wochenlohn für einen Fabrikarbeiter (Weber und Spinner) stellt sich für Männer auf 3-5 Taler, für Frauen auf 2 1/2 - 3 1/2 Taler. Die Handwerker wurden pro Stück bezahlt. Sie können pro Tag 10 - 18 Silbergroschen, Seidenweber bis zu 1 Taler und Baumwollweber 10 - 20 Silbergroschen verdienen. Der "Fabrikherr" bestimmt die Höhe des Lohnes. Der Lohn der Handwerksgesellen schwankt wischen 1 und 1 ½ Taler wöchentlich bei freier Beköstigung und Wohnung.

Der Ausbau der Eisenbahnstrecke Kempen-Kaldenkirchen-Venlo am 1.1.1868 hat sicherlich zum erneuten Aufschwung Lobberichs Ende der 60iger Jahre beigetragen.

Dr. Aloys Schmitz, praktischer Arzt, Wundarzt und Geburtshelfer aus Viersen stellte in seinem Buch "Medicinische Topographie des Schwalm- und Nette- und eines Teiles des Niers-Gebietes insbesondere der Stadt und Gemeinde Viersen" fest, daß die Zunahme der Bevölkerung ihren Grund einmal im Geburtenüberschuß, zum anderen jedoch in den Zuwanderungen liegt, die das Aufblühen der gewerblichen Tätigkeit veranlaßte. Er bemerkt unter anderem: "Die Zahl der Fremden, welche hier als Dienstboten auf dem Lande, als Weber- und Handwerksgesellen, als Fabrikarbeiter etc. ihren Erwerb suchen, ist bedeutend. Die Fabriken nehmen die Arbeiterbeölkerung fast ganz in Anspruch, und obgleich sie in den guten Fabrikjahren die Webstühle gleichsam bestürmte, so mußten dennoch männliche und weibliche Lehrlinge von dem Oberrhein, von der Mosel und aus der Eifel herübergezogen werden. Für die Ackerwirte wäre durch diese Gestaltung der Verhältnisse der größte Mangel an Dienstboten vorhanden, wenn nicht in Holland, insbesondere der Provinz Limburg, das nötige Contingent stellte. Daher kommt es, daß fast auf allen Bauerngütern Dienstboten von holländischer Abkunft angetroffen werden, die übrigens, was Fleiß und Anstelligkeit betrifft, von den eingeborenen übertroffen werden. Der Zuzug der Fabrikarbeiter findet vorzugsweise aus Westfalen, Schlesien, Bayern, Württemberg, der Schweiz und Holland statt. Die hiesige weibliche Bevölkerung der dienenden Klasse zieht der ländlichen Arbeit die bequemere auf dem Webstuhle oder in den Fabriken oder den zusagenderen Dienst in einer benachbarten Stadt vor."

Entwicklung der Einwohnerzahlen in Lobberich und in den Nachbarorten:

Lobberich Breyell Hinsbeck Leuth Kaldenkirchen

1812

2.358

 

2.643

 

1.989

1836

2.401

 

2.525

1.226

 

1840

2.500

 

 

 

 

1850

2.755

 

 

 

 

1858

3.360

5.146

 

 

2.735

1861

3.466

5.173

2.701

1.367

2.748

1867

3.878

5.164

2.739

1.383

2.905

Die Hauptbeschäftigung ist neben der Fabrikindustrie der Ackerbau. Die Grundstücke der Bauern liegen selten in unmittelbarem Zusammenhang mit den Wirtschaftsgebäuden, vielmehr zerstreut in den umlie-genden Parzellen. Die landwirtschaftlichen Wohn- und Wirtschaftsgebäude befinden sich größtenteils in geschlossenen Ortschaften und in Dörfern zusammen. Durchschnittlich werden bei Betrieben mit 30 - 35 Morgen 1 Pferd, 7 Milchkühe, 2 Stück Jungvieh als Nachzucht und 6 - 12 Schweine gehalten.

Die Fabrikindustrie besteht vorzugsweise in Seiden-, Halbseiden, Baumwollen-, Halbwollen- und Leinen-weberei. Diese mannigfaltige Webindustrie ist ursprünglich aus der Flachsspinnerei und Weberei, die in dem ehemals ganz ländlichen Gebiet seit Jahrhunderten als Nebenbeschäftigung und als Kunstgewerbe betrieben wurden, hervorgegangen. Die Weber arbeiteten in den eigenen, über die ganze Landschaft zerstreut liegenden Wohnungen für die Fabrikorte dieser Gegend. Die mechanische Weberei, die sich auch in der Seidenfabrikation immer mehr Eingang verschaffte, fand in geschlossenen Räumen statt. Der Mittelpunkt der niederrheinischen Seidenindustrie ist Krefeld mit 178 Fabrikanlagen. Lobberich mit 3 und Breyell mit einer Fabrikanlage beschränkten sich vorwiegend auf die Herstellung von Stücksamt und Samtbändern. Die Fabrikproduktion beruhte vorherrschend auf Handarbeit, gelegentlich wurde bei der Seidenweberei auch Dampfkraft eingesetzt. Die kleinen Bauern trieben zum größten Teil Weberei als Nebengewerbe, und umgekehrt die Weber einen kleinen Ackerbau. Auf diese Weise gingen beide Hand in Hand und förderten sich gegenseitig. Außer den Webern beschäftigten die Fabriken eine große Zahl von männlichen und weiblichen Arbeitern, die sich mit den verschiedensten Arbeiten, wie haspeln, spulen, zwirnen, ketten, scheeren, aufputzen und verpacken der fertigen Ware beschäftigten. Andere, den Fabriken zuarbeitende Bereiche waren Färbereien, Druckereien, Bleichereien und Appreturbetriebe. In Breyell bestand ein beträchtlicher "Hausirhandel", für den jährlich etwa 200 Gewerbescheine erteilt wurden. Hinsichtlich der Arbeitsstunden arbeiten die Fabrikarbeiter im Sommer von 5 Uhr morgens bis 9 Uhr abends, im Winter von 6 Uhr morgens mit 9 Uhr abends, die Weber von 6 Uhr morgens bis 8 Uhr abends, im Winter von 7 bis 9 Uhr. Die Fabrikarbeiter leisten häufig noch Überstunden ab, die besonders vergütet wurden.

Das Verhältnis der Reichen, Wohlhabenden und Armen gegeneinander ist schwierig zu beschreiben. Nicht zu leugnen ist, daß auf der einen Seite die Armut, auf der anderen Seite der Wohlstand zunimmt. Dies tritt am stärksten in den Fabrikorten (Krefeld, Mönchengladbach, Viersen) hervor, während auf dem Lande dieses Verhältnis mehr oder weniger unverändert bleibt. Die meisten Einwohner gehören dem Mittelstand an. Gleichwohl ist die Zahl derer, die in Armut leben auch sehr groß ist. Der Aufschwung der Industrie haben den Fabrikanten und Kaufleuten Wohlstand und Reichtum gebracht. Auch dem Bauern mit eigenem Hof geht es dank einer rationelleren Bearbeitung des Bodens sichtlich gut. Die Pächter von landwirtschaftlichen Betrieben hatten dagegen unter einer unverhältnismäßig hohen Pacht zu leiden.

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