Jodokus Heinrich Schaaf (Elementarlehrer, Komponist)


Familiäres:

Jodocus Schaaf, (* 12. Jnauar 1876 in Carnap/Essen als Sohn des Bauunternehmers Johann Schaaf und seiner Frau Gertrud, geb. Hemmer) heiratete am 15. August 1906 Emilie Mathilde Hubertine Heythausen, geb. Gartz, (* 03. November 1872 in Lobberich, Tochter des Bierbrauereibesitzers Hellwig Gartz und seiner Frau Josefa, geb. Kluth (Heiratsbuch 35/1906)).

Das Paar hatte drei Kinder:

  1. Gerda Schaaf, * 16 Oktober 1907 in Lobberich (Schauspielerin, Künstlername Gartz vermutl.nach ihrer Mutter),
    Heirat 1948 in Benrath, + 27. Dezember 1979 in Neuss
  2. Johanna Hedwig Schaaf, * 05. Februar 1910 in Lobberich, heiratete 1939 in Danzig.
  3. Elisabeth Schaaf, * 18. Dezember 1914 in Lobberich, + 04. Juli 2000 in Düsseldorf

Die Ehefrau starb am 03. November 1941 in Düsseldorf-Mitte,
Schaaf heiratete am 12. August 1944 seine zweite Frau Lina, geb. Nette, * 30. Juni 1896. (Standesamt Düsseldorf-Mitte 358/44)

Kompositionen

  • "gestörtes Ständchen"
  • "Kalkumer Heimatlied" (op.150, 1933)
  • "Die Friedhofswacht"
  • "Das Kreuz am Weg"
  • "Blühendes Dörfchen"
  • "Die Monduhr"
  • "Warum ist es am Rhein so schön?" (1922)

Warum ist es am Rhein so schön?

Bereits am 26. September 1926 wurde "Warum ist es am Rhein so schön"
auf Schellack von Tenor Harry Steier (1878-1936) veröffentlicht: (Quelle)

Bild: Schallplatte 1922

PromoKarte Harry Steier
(Harry Steiter)


Plattencover Grammophon

Autogrammkarte Bariton Armin Weltner

(Armin Weltner)


Hier eine Aufnahme mit Bariton Armin Weltner, (1894 - 1992)
Zur Datierung: Die Angabe "elektrische Aufnahme" bezeichnet eine Verbesserung der Aufnahmetechnik, die bei der Deutschen Grammophon ab April 1925 eingeführt und ab September 1926 ausschließlich eingesetzt wurde. Die Katalognummer deutet auf eine Ausgabe um 1928 hin, die Platte ist im Katalog der Deutschen Grammophon vom Herbst 1929 verzeichnet (Preis 2,50 Mark) (Quelle)

homecord

und noch eine Aufnahme aus den späten 1920er Jahren: Hier mit Bariton Richard Bitterauf (1900-1961)
Opernsänger, Dozent an der Stuttgarter Musikhochschule

Bei dem in Liederbüchern und auch bei späteren Aufnahmen genannten Verfasser Adolf von Bergsattel dürfte es sich um "nur" den Texter handeln. Ich gehe davon aus, dass Plattenfirmen ein größeres Interesse haben, den genauen Komponisten zu kennen (die GEMA gab es bereits) als Buchautoren. Für die Autorenschaft Schaafs sprechen auch die Tätigkeiten mit Chören im Rheingebiet.


Die Frage im Lied gestellte Frage wird in jeder Strophe neu beantwortet:

  • Weil die Mädel so lustig und die Burschen so durstig
  • Weil so heiß dort das Blut ist und der Wein dort so gut ist,
  • Weil die Burschen so frank sind und die Schläger so blank sind,
  • Weil die Mädchen so treu sind und die Burschen so frei sind
  • Weil die Lieder so inning und die Worte so sinnig,
  • Weil am Rheine man jeden frei und offen hört reden,
  • Weil selbst aus den Burgruinen neuer Hoffnung Triebe grünen,
  • Weil am Rhein die Geschichten uns von deutschen Ruhm berichten,
  • Weil das Auge sich feuchtet, wenn´s von Heimatstolz leuchtet,
  • Weil die Felsen hoch droben so von Sagen umwoben,
  • Weil uns fesseln ew´ge Bande an die rheinischen Lande,
  • Weil der Rhein mit seinen Reben wird uns frohe Stimmung geben,
  • Weil wir uns am Weine laben woll´n die Sorgen wir begraben,
  • Weil dort sorgenlose Herzen fröhlich lachen und viel scherzen,
  • Weil die alten Deutschen tranken bis sie still zu Boden sanken,
  • Weil aus Malz und aus Hopfen wird gemacht ein guter Tropfen,
  • Weil die Mädel fesch und fröhlich trinkt der Bursch oft mehr als nötig.

Zu diesem Lied wurden im Laufe der Zeit immer mehr Strophen erfunden - mehr als 60 soll es geben..


Tätigkeiten:

Jodicus Schaaf...

  • gab zahlreiche Konzerte in der Düsseldorfer Tonhalle (Düsseldorfer Nachrichten 11.1.1942)
  • war Ehrenmitglied im Kalkumer Kirchenchor,
  • erhielt 1915 das Verdienstkeuz für Kriegshilfe,
  • war Bundeschormeister der Vereinigten Düsseldorfer Männergesangsvereine
    und
  • unterrichtete am Graf-Recke Stift (Düsselthaler Anstalten) in Wittlaer

Wohnorte:

Lobberich, Süchtelner Straße 45,
später (vermutl. nach dem Ersten Weltkrieg) Umzug nach

  • Düsseldorf, Hüttenstraße 79
    zuletzt
  • Wittlaer, Bockumer Str. 17a in der sogen. Elskes Villa in den Rheinauen.

Jodokus Schaaf war auch Initiator des Lobbericher St. Martinsvereines. Einen Bericht von ihm über diesen Verein finden Sie hier