Em Oelieden,
ein deutscher Expressionist in Brügge

von Robert de Laere,

(Übersetzung: Ralf Schmeink)


Obwohl dieser bildende Künstler ein Deutscher ist, beziehen wir ihn doch in unsere Studien mit ein, weil er häufig in Brügge und Umgebung, u.a. in Damme, gearbeitet und gewohnt hat. Er kam zuerst im Jahre 1909 nach Brügge und stellte 1927 zusammen mit Georges Minne (1866-1941) dort aus. Zudem gibt es verschiedene Menschen, die Arbeiten von ihm besitzen und gedrängt haben, ihm einen Aufsatz zu widmen. Neben unserer eigenen beschränten Dokumentation stützen wir uns dabei hauptsächlich auf ein excellentes Essay von Irmgard Wolf von 1985.

Emil Oelieden wurde 1875 in Lobberich geboren, in der Nähe der niederländischen Grenze. Sein Vater Johann-Arnold war Schuhmacher und Postbote. In seinem Atelier machte er darüber hinaus kunstvoll gefertigte Griffe in der Form eines Stockes oder Schachtes für den Einzelhandel. 1878 wurde er, nachdem er ein kleines Erbe abgeholt hatte, auf dem Heimweg überfallen und getötet.
Seine Mutter Maria-Katharina Potine kam aus dem niederländischen Roermond.
Als auch ihr Schwiegervater 1882 starb, verdiente sie dort als Büglerin ihren Lebensunterhalt.

Noch jung lernte Emil Oelieden den Maurerberuf und arbeitete danach als Stukkateur in den Niederlanden, England und zuletzt in Berlin. Um die Jahrhundertwende stützte sich diese Arbeit stark an die Tradition, Zimmer und Salons mit Rokoko - Motiven zu verzieren, der Stukkateur formte das Material mit der Hand. Viele sehen hierin den ersten Schritt zu einer späteren Laufbahn als bildender Künstler. Im engeren Sinn des Wortes war er also ein Autodidakt, aber jede Phase seines Lebens vergrößerte sein Wissen und Können weiter.

In Berlin machte Emil Oelieden anatomische Gipsmodelle für den damals bekannten deutschen Arzt Rudolf Virchow (1821 - 1902) Danach kam er nach Düsseldorf in ein Atelier eines Bildhauers und schon 1903 bekam er hier im  Dioramagebäude die Leitung der Bildhauer- und Gipsarbeiten für die Kunst- und Gartenbauausstellung.

1904 bis 1906 arbeitete er als Keramiker und Silberschmied. Seine Schalen, Vasen und Schmuckstücke im frühen Jugendstil stellte er in Düsseldorf, Elberfeld, Wiesbaden und Hamburg aus. Auch entwarf er Möbel.

Danach reiste er für kurze Zeit in den Norden und bei seiner Rückkehr nach Düsseldorf entschied er sich endgültig für die Malerei. Er nahm Unterricht von Professor Eduard von Gebhardt (1823-1925), einen Maler biblischer Darstellungen, der ihn das Hinsehen und Interpretieren, die gute Pinselführung, Zeichnen von Gesichtern, Zusammenstellungen und schließlich einzelne Regeln der Baukunst lehrte.

1906 stellte Em Oelieden seine Gemälde zum ersten Mal in Hamburg, sie wurden als "dumpf" und "dunkel" und "mit mühsamer Hand gemalt" bezeichnet. Schon damals waren einige Holzkohlezeichnungen aus Flandern darunter.

Das fühlbarste Resultat war zweifellos, dass er auf Kosten eines reichen Reeders, eine zweijährige Studienreise nach Spanien, Marokko, Algerien und Tunesien (1906-1908) .Er machte künstlerische Erfahrungen und machte zahlreiche Zeichnungen.

Bei seiner Rückkehr ging er für einige Monate nach Paris, wo der Expressionismus in den letzten Zügen lag. Er wohnte im Quartier Latin, lente einige Künstler kennen und arbeitete unter Anderen bei Auguste Rodin (1840-1917) In Deutschland kam er wieder zu Eduard von Gebhardt und studierte auch bei Carl Reiser (*1877). Er blieb noch in Berlin und Flandern. 1908 war er in Bonn, wahrscheinlich wegen seiner zweiten Ehe mit Helene Carpaciola aus Remagen. Seine erste, kurze Ehe wurde 1900 geschieden. Aus dieser Ehe entstand ein Sohn, mit dem er nie Kontakt haben sollte.

Seine zweite Frau teilte den reichsten Teil seines Lebens. Im Sommer gingen sie nach Brügge, Gent und Sluis. In Mol kaufte er ein kleines Häuschen. Er kam nach Antwerpen zum Atelier von Isaac ISRAELS (1865-1934) und fertigte das Brügge'sche Gemälde, eine Brücke zu Brügge, die vor allem auf dem farblichem Gebiet punktete.

Es war die Zeit großer Freundschaften mit den Malern Georges Minne, Gustave van de Woestyne, Valerius de Saedeleer, Leo Mechelaere und dem Schriftsteller Stijn Streuvels. Es war auch die kurze Zeit großer Erfolge und der dazugehörenden Mäzenen.

Wie er es geschafft hat wissen wir nicht, aber er wohnte in Sluis und in Tiegem und kam in Sint-Martens-Latem in Kontakt mit den flämischen Expressionisten. Die flämische Landschaft wurde sein großes Thema, das Feld, die Weiden, die dramatischen Wolken und die hellen Farben. Die flämischen Freunde namen ihn in ihren Kreis auf, die flämischen Presseberichte über sein Werk überschlugen sich und 1909 stellte er in Bonn eine Reihe Gemälde aus Brügge aus.

Ohne Frau und Kinder kann man sich Em Oelieden nicht vorstellen und er nahm sie immer wieder - ob sie wollten oder nicht - mit auf die Suche nach neuen Horizonten in ganz Europa. Auch nimmt er zu zahlreichen Künstlern Kontakt auf. Es war eine unsichere Existenz und auch seine dritte Frau Else Hermann, eine Lehrerin, die letztlich gut zum täglich' Brot zu kommen wusste, konnte daran nichts ändern. Die Frauen, die er (nötig) hatte, gaben alles für ihn auf, standen Modell für ihn, ordneten seine Gemälde und unterrichteten die Kinder. "Er war stolz, sehr arm, hitzköpfig in der Diskussion und sehr verletzlich", fügt Karl Lambertz hinzu.

"Die Familie verstand den Mann, der, wenn er einmal ein Bild verkauft hatte, zuerst Papier and Farben besorgte, ehe er an den Haushalt dachte. Der Bettücher zerschnitt, wenn er kein Leinwand für neue Bilder bezahlen konnte." (Seine Tochter, Beatrice Oelieden).

1912 arbeitete Em Oelieden wieder auf dem Gebiet der Anatomie, in München am Histologisch-Embryologischen Institut, bei Prof. Dr. Siegfried Mollier (1866-1954). Im folgenden Jahr vollendete er seine bekannte Bilderreihe "Steinewerfer"

Auch reiste er immer wieder, jetzt in die Schweiz und nach Italien. Er malte in den Sümpfen, zog sich eine Malaria zu und kehrte eilig über München und Darmstadt nach Bonn zurück, von wo er anschließend nach Flandern ging.

1914 wohnte Em Oelieden mit seiner Frau Helene Carraciola in Tiegem.

Als der erste Weltkrieg ausbrach kehren sie halsüberkopf und mittellos nach Bonn zurück. Albert Küppers (1842 - 1929), Bildhauer und Kunstlehrer an der dortigen Universität sorgte dafür, dass sie im kleinen Pförtnerhäuschen am Poppelsdorfer Weiher wohnen können.

1915 wurde eine Tochter geboren und danach starb seine Frau. Er wird sie ehren mit dem wiederkehrenden Thema "Mutter und Kind"; Elena, so wie er sie nannte, blieb durch sein Werk am Leben.

Fünf Jahre später, 1920, heiratete Em Oelieden seine dritte Frau Else Hermann. Aus den drei Ehen hatte er drei Söhne, wovon zwei im 2. Weltkrieg (1939-1945) fallen sollten, und zwei Töchter. Beatrice (gestorben 1984) sorgte entscheidend für die bleibende Bekanntheit des Werkes ihres Vaters.

Auch mit seiner dritten Frau reiste er, so wohnten sie u.a. einige Zeit in Eifel und Hunsrück. Noch in den 20er Jahren luden ihn seine Freunden aus Pariser Zeiten nach Norwegen ein, wo Edward Munch (1863-1944) ihn stark interessierte. Er verkaufte, was er hatte und ging auf den Vorschlag ein. Obwohl der Expressionismus schon um 1920 Vergangenheit war, blieb er dieser Kunstrichtung treu.

Nach diesem norwegischen Abenteuer folgten bewegte Jahre mit Reisen nach Flandern (Brügge), Frankreich, Schweiz und Italien.. Auf Anraten seiner Freunde wurde er in Bonn sesshaft. Er unterrichtete z.B. Kurt Levy (1911-1987) in dessen Gymnasialzeit. Letzterer machte sich als Künstler später selber einen Namen. Das wenige Geld, das Oelieden nun noch verdiente, verwalteten seine Freunde für ihn. Schließlich bekam er einen kleinen Kredit von der Stadt, wovon er ein kleines Häuschen bauen ließ.

In der "Heimschule" von Maria Laach wurde er Leiter des Kunstunterrichtes und wurde gleichzeitig künstlerischer Berater der örtlichen "Tellspiele"

1933 und 1934 verkaufte er kein einziges Gemälde, die Wirtschaftskrise hatte für die gesamte arbeitende Klasse katastrophale Auswirkungen. Zwar bestückte er zahlreiche Ausstellungen aber die Menschan kauften nicht. Nur die Kunst zählte für ihn und das äußerte sich in dem Drang, immer wieder auf's Neue schöpferisch tätig zu sein. Konzessionen machte er dabei nicht.

Seine letzten Zeichnungen machte Em Oelieden mit einem Silberstift, eine höchst komplizierte Technik, die vor allem im 16. Jahrhundert bekannt wurde und auch danach noch beliebt blieb. Weiter experimentierte er mit Gold (wofür er seinen Hochzeitsring verkaufte), Kupfer- und Bleistiften.

"Es gibt Blätter von großer Schönheit, u.a. die "Studie eines Jungen", eine Siberstiftzeichnung, ebenso die "Ansicht von Bonn-Friesdorf", "An der Sieg" and "Rochusweg".

Im letztgenannten Blatt zeigt er die kleine Welt auf, die ihn in Bonn beheimatet. Diese Blätter zeugen von einer gewissen Rückkehr zum Realismus seines Beginnes. Das erklërt sich wohl aus der neu erworbenen Technik, wenn auch das Blatt "Friesdorf" deutlich den Durchgang durch den Expressionismus bezeichnet. Die "Disteln" freilich von 1934 sind von einer expressiven Kraft im fast jähen Aufsteigen der Form and kennzeichnen auch in letzter Konsequenz ihrer eckigen Blätter die Hinneigung zum Kubismus." (Irmgard Wolf, 1985)

Em Oelieden starb überraschend in Bonn am 20. Oktober 1934 nach einem Sturz über einen defekten Löschwasserdeckel auf der Straße.

1956 wurde sein Werk vom städtischen Kunstmuseum Bonn übernommen und Em Oeliden wurde offiziell zu den Expressionisten des Rheinlandes gezählt, der "Kölnische Kunstverein" Köln hatte ihn bereits 1928 entsprechend anerkannt.

Der größte und wichtigste Teil seines Werkes ist in den 20-er Jahren entstanden, er begann ja erst mit 30 (1905/1906) mit der Malerei. Was er schuf, wird allgemein als "Kunst ohne Konzessionen" betrachtet, womit verdeutlicht wird, dass er keinen Wert auf Erfolg legte, sondern seiner eigenen Idee von Kunst treu blieb. Niemand hat ihn ermutigt, Maler zu werden, auch hat ihm nie jemand den Weg gewiesen.

Es ist in aller erster Linie seiner Tochter Beatrice Oelieden zu danken, dass wir hierüber ausgezeichnet informiert sind. Das umfangreiche Archiv ihres Vaters hat sie geordnet und mit eigenen Studien und Erfahrungen bereichert. Wenige Monate vor ihrem Tod hat sie es dem städtischen Kunstmuseum, Bonn übertragen. Der Nachlass umfasst überdies 57 Ölgemälde und ungefähr 1700 Aquarelle, Zeichnungen, Lithografien und Zeichnungen in Silberstift, darüber das Wekzeug, Silberschmuck, Gipsmodelle, eine Bibliothek, Möbel, Gehhilfen und allerlei Gegenstände des Künstlers.

Das Werk Oeliedens ist den bedeutendsten Kunstrichtungen der ersten drei Jahrzehnte des 20. Jahrhunderts verpflichtet: Dem Realismus, Impressionismus und vor allem dem Expressionismus; letztlich gibt es auch Verweisungen zum Kubismus.

"Em Oelieden ist einer von den, die heute einsam sein müssen, um Morgen verstanden zu werden." (Kritik anlässlich einer Aussstellung im November 1915)


Der Artikel stammt von der Website des Heemkundige Kring "Maurits van Coppenolle", Brugge.
Mit Datum vom 20. April 2005 wurde genehmigt, den Text auf Lobberich.de zu übernehmen und zu übersetzen.


Originaltext (Quelle):

EM OELIEDEN, een Duits expressionist in Brugge.

Robert De Laere

(uit “Heemkundige Bijdragen” oktober en december 1995 overname enkel met bronvermelding)

Alhoewel deze beeldende kunstenaar een Duitser is, betrekken we hem toch bij onze studie omdat hij heel dikwijls in Brugge en omgeving, o.a. in Damme, gewerkt en ook gewoond heeft. Hij kwam hier voor het eerst in 1909 en in 1927 exposeerde hij er samen met Georges MINNE (1866-1941). Verder zijn er verschillende mensen die werk van hem bezitten en er op aangedrongen hebben een skriptie aan hem te wijden. Naast onze eigen beperkte documentatie, steunen we ons hoofdzakelijk op een uitstekende essay van Irmgard WOLF, daterend uit 1985.

Emil Oelieden werd in 1875 te Lobberich geboren, dichtbij de Nederlandse grens. Zijn vader Johann-Arnold was schoenmaker en postbode. In zijn atelier maakte hij bovendien met kunst vervaardigde handvatten in de vorm van een stok of schacht, voor de kleinhandel. In 1878, na het ophalen van een kleine erfenis, werd hij op weg naar huis overvallen en gedood. Zijn moeder Maria-Katharina POTINE, was afkomstig uit het Nederlandse Roermond. Als ook haar schoonvader in 1882 stierf, ging zij als strijkster de kost verdienen.

Nog betrekkelijk jong leerde Em. Oelieden voor metselaar en daarna werkte hij als stukadoor in Nederland, Engeland en tenslotte in Berlijn. Omstreeks de eeuwwisseling leunde dat werk heel sterk aan bij een traditie om kamers en salons met rococo-motieven te versieren; de stukadoor vormde het materiaal met de hand. Velen zien hierin de eerste stap naar zijn latere loopbaan als beeldend kunstenaar. In de enge zin van het woord was hij dus een autodidact maar elke fase van zijn leven breidden zijn weten en zijn kunnen verder uit.

In Berlijn maakte Em Oelieden gipsen modellen m.b.t. de anatomie, voor de toen bekende Duitse arts Rudolf VIRCHOW (1821-1902). Hierna kwam hij in Düsseldorf op het atelier van een beeldhouwer en al in 1903 kreeg hij hier in het Dioramagebouw, de leiding over de beeldhouw- en gipswerken voor de Kunst- en Tuinbouwtentoonstelling.

Van 1904 tot 1906 werkte hij als keramist en als zilversmid. Zijn schalen, vazen en sieraden in vroege Jugendstil exposeerde hij in Düsseldorf, Elberfeld, Wiesbaden en Hamburg. Hij maakte eveneens ontwerpen voor meubels.

Hierna reisde hij voor korte tijd naar het noorden en bij zijn terugkeer in Düsseldorf koos hij definitief voor de schilderkunst. Hij kreeg lessen van professor Eduard von GEBHARDT (1838-1925), een schilder van bijbelse taferelen. Hij leerde hem kijken en interpreteren, de goede penseelvoering, tekenen van gezichten, samenstelling en tenslotte enkele regels van de bouwkunde.

In 1906 exposeerde EM Oelieden voor de eerste keer zijn schilderijen in Hamburg; ze werden als dof en donker en "mit mühsamer Hand gemalt" aangeduid. Toen al zaten er enkele houtskooltekeningen bij uit Vlaanderen. Het tastbaarste resultaat was zonder twijfel dat hij, op kosten van een rijke reder, een tweejarige studiereis kon maken naar Spanje, Marokko, Algerije en Tunesië (1906-1908). Hij deed toen vooral kunstervaring op en maakte talrijke tekeningen.

Bij zijn terugkeer ging hij voor enkele maanden naar Parijs, waar het expressionisme op z'n laatste benen liep. Hij woonde in het Quartier Latin, leerde er een aantal kunstenaars kennen en werkte o.a. bij Auguste RODIN (1840-1917). In Duitsland kwam hij weer bij Eduard von Gebhardt en studeerde hij eveneens bij Carl REISEB (°1877). Hij verbleef ondertussen nog in Berlijn en in Vlaanderen en omstreeks 1908 was hij in Bonn, waarschijnlijk n.a.v. zijn tweede huwelijk met Helene CARRACIOLA uit Remagen. Zijn eerste heel kortstondige huwelijk had hij afgesloten voor 1900; uit dat huwelijk werd een zoon geboren waarmee hij nooit contact zou hebben.

Zijn tweede vrouw deelde het rijkste deel van zijn leven. Als het zomer was gingen ze naar Brugge, Gent en Sluis. In Mol kocht hij een klein huisje. Hij kwam in Antwerpen op het atelier van Isaac ISRAELS (18651934) en maakte het Brugse schilderij, Een Brug te Brugge, dat vooral op coloristisch gebied hoge ogen gooide. Het was de tijd van de grote vriendschappen met de schilders Georges MINNE, Gustave VAN DE WOESTYNE, Valerius DE SAEDELEER, Leo MECHELAERE en de schrijver Stijn STREUVELS. het was ook de te korte tijd van de grote successen en de erbij horende mecenassen.

Hoe hij het klaar speelde weten we niet, maar hij woonde in Sluis en in Tiegem en kwam te Sint-Martens-Latem in contact met de Vlaamse expressionisten. Het Vlaamse landschap werd zijn grote terna; het weidse veld, de dramatische wolken en de helle kleuren. De Vlaamse vrienden aanvaardden hem in hun kring, de Vlaamse pers liep hoog op met zijn werk en in 1909 stelde hij in Bonn een aantal Brugse schilderijen tentoon.

Zonder vrouw en kinderen kan men zich Em Oeliden niet voorstellen en met hen ging altijd weer, of ze het wilden of niet, op zoek naar andere horizonten, overal in Europa, en neemt hij talrijke kontakten op met andere kunstenaars. Het was een erg onzeker bestaan en ook zijn derde vrouw Else HERMANN, een lerares die dan toch goed aan de kost had kunnen komen, kon daar niets aan veranderen. De vrouwen die hij (nodig) had gaven alles voor hem op, stonden model voor hem, kaderden zijn schilderijen in, gaven zijn kinderen les. "Er war stolz, sehr arm, hitzkëpfig in der Diskussion and sehr verletzlich", voegt Karl LAMBERTZ hieraan toe.

"Die Familie verstand den Mann, der, wenn er einmal ein Bild verkauft hatte, zuerst Papier and Farben besorgte, ehe er an den Haushalt dachte. Der Bettücher zerschnitt, wenn er kein Leinwand für neue Bilder bezahlen konnte." (zijn dochter, Beatrice Oelieden).

In 1912 werkte Em Oelieden weer op het vlak van de anatomie, in München op het Histologisch-Embryologisch Instituut, bij professor dr. Siegfried MOLLIER (1866-1954). Het volgende jaar voltooide hij zijn bekende beeldenreeks "Steinewerfer".

En hij reisde maar altijd weer opnieuw, nu naar Zwitserland en naar Italië. Hij schilderde er in de moerassen, kreeg malaria en keerde in allerijl over München en Darmstadt naar Bonn terug, waarna hij aansluitend naar Vlaanderen ging.

We schrijven 1914 en Em Oelieden woont met zijn vrouw Helene Carraciola in Tiegem en als de Eerste Wereldoorlog (1914-1918) losbarst, keren ze halsoverkop en berooid naar Bonn terug. Albert KÜPPERS (1842-1929), beeldhouwer en kunstleraar aan de plaatselijke universiteit zorgde er voor dat ze in het kleine portiershuis aan de Poppelsdorfer Weiher konden wonen.

In 1915 werd een dochter geboren en het jaar daarna stierf zijn vrouw. Hij zal haar eren in een steeds weerkerend thema, "Moeder en Kind"; Elena, zoals hij haar noemde, blijft verder leven in zijn werk. Vijf jaar later, in 1920, trouwde Em Oelieden voor de derde keer met Else Hermann. Uit die drie huwelijken had hij drie zonen waarvan er twee in de Tweede Wereldoorlog (1940-1945) zouden sneuvelen, en twee dochters waarvan Beatrice (gestorven in 1984) baanbrekend werk heeft verricht voor de blijvende bekendheid van het oeuvre van haar vader.

Ook met zijn derde vrouw ging hij op reis en woonden ze o.a. enige tijd in de Eifel en in Hunsrück. Nog altijd in de eerste helft van de jaren twintig nodigden vrienden uit z'n Parijse periode hem uit naar Noorwegen, waar Edvard MUNCH (1863-1944) een grote aantrekkingskracht op hem zou uitoefenen. Hij verkocht hebben en houden en ging op het voorstel in. Alhoewel het expressionisme al omstreeks 1920 tot het verleden ging behoren, bleef hij ook hier deze kunstrichting aankleven.

Na dit Noorse avontuur volgden nog andere hectische jaren, met reizen naar Vlaanderen, o.a. Brugge, Frankrijk, Zwitserland en Italië. Op aanraden van vrienden tenslotte vestigde hij zich in Bonn en het weinige geld dat hij nu nog verdiende beheerden ze voor hem. Hij kreeg tenslotte een lening van de stad en liet hiermee een klein huisje bouwen. In de "Heimschule" van Maria Laach kreeg hij de leiding van het kunstonderwijs en werd hij eveneens aangesteld als kunstadviseur van de plaatselijke "Tellspiele".

In 1933 en 1934 verkocht Em Oelieden geen enkel schilderij meer; de economische crisis had voor de hele werkende klasse rampzalige gevolgen. Hij hield weliswaar talrijke tentoonstellingen maar de mensen kochten niet en als verkoper stond hij nergens. Alleen de kunst telde voor hem en dat uitte zich in een gedrevenheid om altijd weer nieuw scheppend werk te creëren; concessies deed hij ook niet.

Zijn laatste tekeningen maakte Em Oeliden met een zilverstift, een heel moeilijke techniek die vooral in de 16de eeuw opgang maakte maar ook nadien nog lang in trek bleef. Verder experimenteerde hij met goud(waarvoor hij zijn trouwring verkocht), koper- en loodstiften.

"Es gibt Blëtter von groszer Schënheit, u.a. die "Studie eines Jungen", eine Siberstiftzeichnung, ebenso die "Ansicht von Bonn-Friesdorf", "An der Sieg" and "Rochusweg".

Im letztgenannten Blatt zeigt er die kleine Welt auf, die ihn in Bonn beheimatet. Diese Blëtter zeugen von einer gewissen Rückkehr zum Realismus seines Beginnes. Das erklërt sich wohl áus der neu erworbenen Technik, wenn auch das Blatt "Friesdorf" deutlich den Durchgang durch den Expressionismus bezeichnet. Die "Distein" freilich von 1934 sind von einer expressiven Kraft im fast jëhen Aufsteigen der Form and kennzeichnen auch in letzter Konsequenz ihrer eckigen Blëtter die Hinneigung zum Kubismus." (Irmgard Wolf, 1985)

Em Oelieden stierf verrassend in Bonn op 20 oktober 1934 na een val op straat over een defect brandweerdeksel.

In 1956 werd zijn werk in het "Städtisches Kunstmuseum" van Bonn opgenomen en werd Em Oelieden officieel bij de Expressionisten van het Rijnland gerangschikt; het "Kölnische Kunstverein" in Keulen had hem al in 1928 als dusdanig erkend. Het grootste en ook belangrijkste deel van z'n oeuvre is ontstaan in de jaren twintig; hij begon toch maar op z'n dertigste, in 1905/1906, met schilderen. Wat hij gemaakt heeft wordt algemeen aangeduid als "Kunst ohne Konzessionen" en hiermee wordt bedoeld dat hij afstand deed van succes en slechts zijn eigen kunstideeën trouw bleef. Niemand heeft hem bij zijn keuze om schilder te worden aangemoedigd noch heeft iemand hem ooit de weg gewezen. Het is voornamelijk aan zijn dochter Beatrice Oelieden te danken dat we hierover uitstekend ingelicht zijn. Het omvangrijke archief van haar vader heeft zij gerangschikt en aangevuld met eigen studies en ervaringen. Enkele maanden voor haar dood op 14 oktober 1984, heeft zij het volledig overgemaakt aan het voornoemde "Stëdtisches Kuntsmuseum" van Bonn. De nalatenschap omvat bovendien 57 olieverfschilderijen en ongeveer 1700 aquarellen, tekeningen, lithografieën en tekeningen in zilverstift en verder nog het schildergerei, zilversieraden, gipsen modellen, een bibliotheek, meubels, kruiken en allerlei voorwerpen van de kunstenaar.

Het werk van Em Oelieden is schatplichtig aan de belangrijkste kunstrichting en van de drie eerste decennia van de 20ste eeuw: realisme, impressionisme en vooral het expressionisme, met op het laatst ook verwijzingen naar het kubisme.

"Em Oelieden ist einer von den, die Heute einsam sein müssen, um Morgen verstanden zu werden.' (kritiek op een tentoonstelling, november 1915)

Robert DE LAERE


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