Großer Gesang vom ausgerotteten jüdischen Volk 1/15

Freitag, 09. November 2007, 19.00 Uhr
ev. Gemeindehaus, Steegerstraße 39


Lesung: Pfr. Dr. Matthias Engelke

Musik: Uli Windbergs & Co

Eintritt: EUR 5,-- / Schüler, ALG I und II EUR 2,--

Die Eintrittskarte berechtigt zum Besuch aller Folgeverabstaltungen, der Eintrittspreis steigt jedoch von Jahr zu Jahr.

Erlös zugunsten der Finanzierung des Thoraschreines der Synagoge Krefeld

Träger: ev. Kirchengemeinde, Café Vielfalt


JIZCHAK KATZENELSON:
„Großer Gesang vom ausgerotteten jüdischen Volk"

Hintergrundinformationen

Jizchak Katzenelson wurde 1886 in Weißrussland geboren.

Er schrieb hebräische Theaterstücke und Gedichte, gründete 1912 hebräische Schulen mit Kindergärten in Lodz. 1934 in Israel (ertrank fast beim Schwimmen im Mittelmeer), zurück nach Polen. Mit Kriegsbeginn flüchtet Katzenelson mit Familie (drei Söhne) nach Warschau, dort seit Nov. 1940 im ummauerten jüdischen Getto (der Judenrat musste den Bau der Mauer bezahlen). Im August 1942 wird seine Frau mit zwei seiner Söhne nach Treblinka deportiert und ermordet.

Januar 1943 Beginn des militärischen Aufstandes im Warschauer Getto. Die Leitung des Aufstandes beschließt, dass Katzenolson überleben soll und wird mit seinem ältesten Sohn (und 25 anderen) auf die arische Seite in ein sicheres Versteck geschleust. Auf eine List der Gestapo hereinfallend - Mittelsmänner der Gestapo verkauften südamerikanische Pässe - fliegt das Versteck auf, er wird in das Konzentrationslager in der französischen Stad Vittel transportiert; in dieser Zeit versucht die Nazi-Regierung für die Inhaftierten Geld von den südamerikanischen Regierungen freizupressen, keiner wird freigekauft. Im Lager leben etwa 300 erwachsene Juden und 100 Kinder. In dieser Zeit schreibt Katzenolson sein Epos auf jiddisch und fertigt zwei Fassungen an:

Eine wird im Griff eines Koffers aus dem Lager nach Paris geschmuggelt - und dort unmittelbar nach dem Krieg veröffentlicht; die andere Fassung in einer vergrabenen Flasche auf dem Gelände wiedergefunden.

Mitte April 1944: Deportation nach Auschwitz, Ankunft am 1. Mai 1944. Von Katzenelson stammt das Lied „Das Kälbchen" mit dem bekannten (Joan Baez / Bob Dylan) Refrain „dona, dona, donna..."

Das Epos „Großer Gesang vom ausgerotteten jüdischen Volk" wurde schon in den 50iger Jahren ins Deutsche übertragen, 1994 erneut und völlig neu von Wolf Biermann, erschienen bei Kiepenheuer und Witsch, Köln. Es besteht aus 15 Gesängen mit je 15 Strophen. In jedem Jahr soll an einem Freitagabend, der dem 9.11. am nächsten liegt jeweils ein Gesang - von Musik umrahmt - in der deutschen Übersetzung von Biermann vorgelesen werden.

Die Eintrittskarte für eine Veranstaltung berechtigt zum Eintritt für alle Folgenden; Jahr für Jahr wird der Eintrittspreis allerdings steigen.


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