Oktober 2007


Hilfe für hochbegabte Kinder


In einem Seminar werden kleine "IQ-Riesen" gefördert/ Ab IQ 130 ist man hochbegabt

Der Unterricht ödet den Schüler einer Grundschulklasse an. Er beteiligt sich nicht, träumt vor sich hin, liest unter dem Tisch Comics und zieht sich aus dem sozialen Gemeinschaftsleben der Klasse zurück. Grund dafür ist nicht selten eine Hochbegabung des Kindes.

Mit hochbegabten Kindern und Jugendlichen kennt sich Dr. Helga Wolter, Leiterin des Psychologischen Instituts in Nettetal-Lobberich, gut aus.

Nicht nur selbst als Mutter eines hochbegabten Sohnes, sondern auch aus ihrer beruflichen Erfahrung heraus. Seit 1999 werden im Institut, das 1993 gegründet wurde und bis 1997 in Dülken beheimatet war, nämlich Seminare für hochbegabte Kinder und Jugendliche angeboten.

Hier wird auf die ganz besonderen Bedürfnisse der "schlauen Köpfe" eingegangen. "Von einer Hochbegabung spricht man ab einem Intelligenz-Quotienten (IQ) von 130.

Der Durchschnitt liegt bei 100", erklärt Dr. HelgaWolter. Das trifft, so die Leiterin des Instituts weiter, "bei ungefähr zwei Prozent der Bevölkerung zu."

Dr. Helga Wolter leitet das Psychologische Institut. Foto: Kamps

Hochbegabung muss erst festgestellt werden

Während Erwachsene ihre Bedürfnisse als Hochbegabter weitgehend selbst regeln können, gestaltet es sich für Kinder oft schwierig. Denn erst einmal muss eine vorliegende Hochbegabung erkannt werden um dann über die notwendigen Fördermöglichkeiten zu sprechen. Schnell langweilen sich die betroffenen Schüler im Unterrichtsalltag, weil der behandelte Stoff einfach zu leicht und zu durchschaubar ist. Kurz: Sie sind unterfordert. "Sie können es sich so vorstellen, als ob sie als Zehntklässler am Unterricht der Klasse sechs teilnehmen müssten", macht Dr. Helga Wolter das Problem deutlich. Die Folge ist meistens, dass sich das Kind zurückzieht und zum Einzelgänger wird. Andere wiederum werden oft "unbequem" und lassen sich in eine Gemeinschaft, wie die Schulklasse, nicht integrieren. Woran erkennt man nun, dass das eigene Kind hochbegabt ist? Um das herauszufinden, sollten Eltern auf bestimmte Indizien achten. Wenn das Kind zum Beispiel lieber mit älteren Kindern als mit Altersgenossen spielt und auch Spiele bevorzugt, die eigentlich für ältere Kinder geeignet und gedacht sind, könnte das ein Zeichen für eine Hochbegabung sein. Aufschluss kann dann ein IQ-Test bringen. Wurde dann eine Hochbegabung festgestellt, sind die nächsten Schritte zu planen. Nicht selten überspringen die jeweiligen Kinder Klassen oder nehmen teilweise am Unterricht von höheren Klassen teil.

Endlich mal "Löcher in den Bauch fragen"

Neben dem Unterricht findet die Förderung dann inVereinen oder Arbeitsgemeinschaften statt. Oder eben bei einem Seminar des Psychologischen Institutes, das einmal pro Monat veranstaltet wird. Hier wird Lernstoff geboten, der in der jeweiligen Schulklasse nicht auf dem Unterrichtsplan steht. Ein Beispiel Wirtschaftsingenieur Detlef Klüssendorf führt die Kids mit Hilfe des mobilen Roboters "Garcia" in die Robotertechnik ein.

"In dem Seminar fällt immer wieder auf, dass die Kinder und Jugendliche dem Referenten "Löcher in den Bauch fragen", berichtet Dr. Helga Wolter. Hier können sich die Hochbegabten also geistig wirklich "auspowern".

Dirk Kamps

INFO: Das Psychologische Institut findet man auch im Internet. Link: www.pin-institut.de


Noch zwei Termine 2007

Wer sich nicht sicher ist, ob sein Kind hochbegabt ist oder über Teilleistungs- stärken (Hochbegabung in bestimmten Disziplinen) verfügt, kann sein Kind im Psychologischen Institut, Sassenfelder Kirchweg 1 in Nettetal (Krankenhaus), von spezialisierten Psychologen testen lassen. Außerdem besteht die Möglichkeit, sein Kind für das Hochbegabtenseminar anzumelden. Monatlich findet eine Veranstaltung statt. Der monatliche Beitrag beläuft sich 50 Euro.

Die nächsten Termine in diesem Jahr sind jeweils samstags, 10. November und 15. Dezember, zwischen 9 und 13 Uhr. Ein Einstieg, aber auch Ausstieg aus dem Angebot, ist jederzeit möglich. Kontakt: 02153/ 80 19 90.


Der "Pluspunkt Nettetal" betreibt keine eigene Internetseite.

Dem Lobberland e.V. wurde am 19. Juli 2007 durch den Veranwortlichen Redakteur, Dirk Kamps die Erlaubnis erteilt,
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Die Rechte liegen bei Pluspunkt Nettetal. Die Zeitschrift gehört zum Extra - Tipp Viersen.


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